KI-Kenntnisse in Schweizer Stelleninseraten immer begehrter

24. September 2026 um 12:39
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Foto: Getty Images / Unsplash+

Binnen eines Jahres ist der Anteil der Jobinserate, die KI-Kenntnisse verlangen, stark gestiegen. Die Zunahme betrifft nicht nur IT-Berufe.

KI-Kenntnisse werden in Schweizer Stelleninseraten deutlich häufiger genannt als noch vor einem Jahr. Das zeigt eine Auswertung der Jobplattform Indeed. Demnach stieg der Anteil entsprechender Inserate innerhalb von zwölf Monaten um rund 54% auf 6,6%.
Damit liege die Schweiz im Vergleich von acht europäischen Märkten über Deutschland (5,4%), Frankreich (4,1%), Italien (4,9%) und den Niederlanden (3,4%). Höhere Werte verzeichnen laut Indeed Irland mit 14,7%, Spanien mit 13,7% und Grossbritannien mit 9,4%. Der Durchschnitt der untersuchten Märkte liege bei 7,8%.

KI-Anforderungen breiten sich auf weitere Berufe aus

Besonders häufig würden KI-Kenntnisse weiterhin in technischen und wissenschaftlichen Berufen verlangt. Im Bereich Daten & Analytics enthielten im Juli 2026 gemäss Auswertung rund 39,8% der Stelleninserate entsprechende Anforderungen. Bei Softwareentwicklung waren es 27,6%, in Forschung und Entwicklung 23,9% und bei IT-Anwendungen und Lösungen 18,7%.
Gleichzeitig nehme die Nachfrage auch in anderen Berufsgruppen zu, so Indeed. Zweistellige Anteile erreichen unter anderem Marketing mit 12,1%, Rechnungswesen mit 11,8%, Ingenieurwesen mit 11,2% und Rechtswesen mit 10,8%.

Personalwesen mit stärkstem Wachstum

Beim Wachstum gegenüber dem Vorjahr liege das Personalwesen in der Schweiz an der Spitze. Der Anteil der Stelleninserate mit KI-Anforderungen sei dort von 3,9 auf 7,1% gestiegen, was einem Plus von 80,9% entspreche.
Auch im Projektmanagement (+75,7%), Ingenieurwesen (+71,2%) und Kundendienst (+70,2%) habe die Nachfrage deutlich zugenommen. Im Bereich Daten & Analytics fiel das Wachstum laut Indeed mit 17,3% geringer aus, obwohl KI-Kenntnisse dort bereits deutlich häufiger verlangt werden. Rückläufig sei der Anteil in der Schweiz dagegen im Bank- und Finanzwesen (-35,2%) sowie bei IT-Anwendungen und Lösungen (-15,8%).

Schweiz nicht an der europäischen Spitze

Auch in den anderen sieben untersuchten Ländern sei der Anteil der Stelleninserate mit KI-Bezug gestiegen. Die Dynamik falle allerdings unterschiedlich aus. In Grossbritannien habe sich der Anteil innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt (+101,6%), in Deutschland sei er um 65,3% und in Irland um 64,3% gestiegen.
Indeed-Ökonomin Virginia Sondergeld bezeichnet insbesondere die Entwicklung ausserhalb klassischer Tech-Berufe als bemerkenswert: "Dort, wo bislang kaum jemand KI-Kenntnisse verlangt hat, holen Arbeitgeber gerade merklich auf. Das ist ein weiteres Signal dafür, dass wir es nicht mit einem reinen IT-Phänomen zu tun haben, sondern einer Transformation die den gesamten Arbeitsmarkt betrifft."

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